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ALSO: Wenn Logistik auch auf zwei oder vier Rädern fährt

Muss urbane Logistik eigentlich immer mit einem Auto oder Transporter stattfinden? ALSO beantwortet diese Frage mit ungewöhnlichen elektrischen Fahrzeugkonzepten auf zwei und vier Rädern. Das junge US-Unternehmen, das aus dem Elektroautohersteller Rivian hervorgegangen ist, entwickelt kompakte Fahrzeuge für Personen- und Gütertransport – vom modularen E-Bike bis zum vierrädrigen Cargo-Bike.

ALSO: Wenn Logistik auch auf zwei oder vier Rädern fährt

Muss urbane Logistik eigentlich immer mit einem Auto oder Transporter stattfinden? ALSO beantwortet diese Frage mit ungewöhnlichen elektrischen Fahrzeugkonzepten auf zwei und vier Rädern. Das junge US-Unternehmen, das aus dem Elektroautohersteller Rivian hervorgegangen ist, entwickelt kompakte Fahrzeuge für Personen- und Gütertransport – vom modularen E-Bike bis zum vierrädrigen Cargo-Bike.

Der Name passt dabei bemerkenswert gut zur Idee.

ALSO. Ride ALSO. Oder, frei als Wortspiel gelesen: „rides also“ – fährt auch.

Denn vielleicht muss es für viele Wege eben nicht immer das Auto sein. Einkäufe, Pakete, Material oder andere Güter können auch mit einem Fahrrad oder Cargo-Bike transportiert werden.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Fahrrad, Lastenrad und kleinem Elektrofahrzeug positioniert sich das US-Unternehmen ALSO.

Vom Elektroauto zum kleinen Elektrofahrzeug

ALSO entstand ursprünglich innerhalb des US-Elektroautoherstellers Rivian. Inzwischen agiert das Unternehmen eigenständig und beschreibt seine Mission als Entwicklung kleiner elektrischer Fahrzeuge für den Transport von Menschen und Gütern. Dabei sollen Erfahrungen aus der Automobilentwicklung mit Software, Sensorik, Batterietechnik und neuen Fahrzeugkonzepten verbunden werden.

Das Ergebnis ist bislang vor allem in zwei Fahrzeugkonzepten sichtbar: dem zweirädrigen TM-B und dem vierrädrigen TM-Q.

Beide zeigen auf unterschiedliche Weise, wie weit sich der Begriff Lastenrad mittlerweile denken lässt.

TM-B: Aus einem E-Bike wird ein Cargo-Bike

Das ALSO TM-B ist zunächst ein zweirädriges E-Bike. Sein entscheidendes Merkmal ist jedoch ein modulares Rahmensystem.

Der obere beziehungsweise hintere Rahmenbereich lässt sich laut Hersteller innerhalb weniger Sekunden und ohne Werkzeug wechseln. Neben einer klassischen Konfiguration bietet ALSO unter anderem ein Utility Top Frame an, das ausdrücklich für den Transport von Kindern, Einkäufen und weiteren Lasten gedacht ist. Zubehör wie Cargo-Behälter oder Passagierausstattung lässt sich damit kombinieren.

Aus einem Fahrrad für den persönlichen Weg wird dadurch ein Transportmittel.

Oder anders gesagt: Es fährt eben auch die Ladung mit.

Das Konzept ist interessant, weil Cargo-Funktionalität nicht zwingend ein separates, großes Lastenrad voraussetzt. ALSO versucht stattdessen, verschiedene Nutzungsszenarien in einer Fahrzeugplattform zu vereinen.

TM-Q: Lastenrad auf vier Rädern

Noch deutlicher in Richtung professioneller Radlogistik geht das ALSO TM-Q.

Das vierrädrige Fahrzeug besitzt Pedale und elektrische Unterstützung und wird von ALSO trotz seiner vier Räder als im Kern fahrradbasiertes Fahrzeug verstanden. Eine große Ladefläche soll sich je nach Anwendung für Pakete, Einkäufe oder andere Güter konfigurieren lassen. Auch Personenbeförderung ist vorgesehen.

Für gewerbliche Kunden positioniert ALSO das TM-Q ausdrücklich als Fahrzeug für Transport-, Logistik- und Lieferflotten. Der Hersteller argumentiert unter anderem mit geringeren Betriebskosten und der Möglichkeit, in geeigneten Märkten Fahrradinfrastruktur nutzen zu können. Ob ein vierrädriges Fahrzeug wie das TM-Q tatsächlich auf Radwegen fahren darf, hängt allerdings von den jeweiligen nationalen und lokalen Vorschriften ab – darauf weist ALSO selbst hin.

Damit bewegt sich das TM-Q in einem besonders interessanten Bereich der Cargo-Bike-Entwicklung: zwischen klassischem Lastenrad und kleinem Nutzfahrzeug.

Zwei oder vier Räder statt Lieferwagen

Für die Radlogistik ist dabei weniger entscheidend, ob ein Fahrzeug zwei, drei oder vier Räder besitzt.

Entscheidend ist die Frage:

Welche Transporte benötigen wirklich einen Pkw oder Transporter?

Gerade bei der sogenannten letzten Meile werden häufig vergleichsweise kleine Sendungsmengen über kurze Entfernungen bewegt. Hier können Cargo-Bikes Vorteile ausspielen – insbesondere dort, wo Straßen dicht befahren sind, Parkraum knapp ist und Lieferziele eng beieinanderliegen.

ALSO verfolgt diesen Ansatz mit Fahrzeugen, die teilweise deutlich stärker an die Automobilwelt erinnern als klassische Lastenräder. Das Unternehmen spricht selbst von kleinen Elektrofahrzeugen und verbindet Fahrradtechnik mit Software und Entwicklungsprinzipien aus der Automobilbranche.

Das macht die Fahrzeuge auch für die weitere Entwicklung der gewerblichen Lastenradlogistik interessant.

Radlogistik muss nicht immer nach Fahrrad aussehen

Das TM-Q zeigt gleichzeitig, dass die Grenzen zwischen Fahrrad und leichtem Nutzfahrzeug zunehmend verschwimmen.

Vier Räder, große Transportfläche, digitale Fahrzeugtechnik und Flotteneinsatz erinnern an einen Lieferwagen.

Pedale, elektrische Tretunterstützung und kompakte Abmessungen wiederum an ein Lastenrad.

Gerade solche Konzepte könnten künftig eine Lücke schließen: Transporte, für die ein klassisches Fahrrad zu klein, ein Lieferwagen aber eigentlich zu groß ist.

Das gilt nicht nur für Paketdienste. Denkbar sind beispielsweise Anwendungen bei:

  • Kurier- und Lieferdiensten
  • Lebensmittellieferungen
  • Handwerksbetrieben
  • kommunalen Dienstleistungen
  • Facility Management
  • innerbetrieblicher Logistik
  • Service- und Wartungsdiensten
  • Gastronomie und Catering

Die entscheidende Frage lautet jeweils nicht: Welches Auto brauchen wir dafür?

Sondern zunächst: Brauchen wir dafür überhaupt ein Auto?

Noch nicht in Deutschland erhältlich

Einen wichtigen Haken gibt es für Interessenten hierzulande: Nach aktuellem Stand sind die Fahrzeuge von ALSO regulär noch nicht in Deutschland erhältlich.

Auf der aktuellen Herstellerseite wird das TM-B in US-Dollar angeboten und nach dem amerikanischen Class-3-E-Bike-Standard mit Unterstützung bis 28 mph – rund 45 km/h – beschrieben. Das TM-Q wird ebenfalls auf dem US-Markt präsentiert; der Hersteller verweist bei ihm weiterhin auf Informationen zu Preis und Verfügbarkeit.

Bereits bei der Vorstellung der Fahrzeuge im Herbst 2025 war für Europa noch kein Marktstart bekannt. Auch aktuell konnten wir keinen offiziellen deutschen Vertrieb oder einen angekündigten regulären Verkaufsstart für Deutschland finden.

Hinzu kommt, dass insbesondere Geschwindigkeit und Fahrzeugklassifizierung für einen europäischen Markt angepasst beziehungsweise entsprechend zugelassen werden müssten.

Stand: 19. August 2026.

ALSO zeigt, wohin sich Cargo Bikes entwickeln können

Ob und wann ALSO seine Fahrzeuge nach Deutschland bringt, bleibt also abzuwarten.

Spannend sind TM-B und TM-Q trotzdem schon heute. Sie zeigen eine Entwicklung, die für die Lastenradbranche weit über zwei konkrete Modelle hinausgeht.

Das Cargo-Bike der Zukunft muss nicht zwangsläufig wie das klassische Lastenrad aussehen. Es kann zwei Räder haben – oder vier. Es kann privates Verkehrsmittel und Transportfahrzeug zugleich sein. Und professionelle Radlogistik kann Funktionen übernehmen, für die heute selbstverständlich ein Lieferwagen eingesetzt wird.

Vielleicht bringt das Wortspiel rund um Ride ALSO diese Idee deshalb ziemlich gut auf den Punkt:

Es fährt auch.

Nicht jeder Transport braucht ein Auto.

Manchmal kann es auch ein Cargo-Bike sein.

ALSO TM-B und TM-Q im Überblick

ALSO TM-B ALSO TM-Q
Räder 2 4
Konzept modulares E-Bike elektrisches Cargo-Quad
Cargo-Nutzung Utility-Aufbau und Zubehör große konfigurierbare Ladefläche
Personentransport möglich möglich
Gewerbliche Nutzung möglich ausdrücklich für Flotten vorgesehen
Elektro-Unterstützung ja ja
Deutscher Vertrieb derzeit nicht bekannt derzeit nicht bekannt
Hersteller ALSO ALSO
Herkunft USA USA

Quelle: Herstellerinformationen von ALSO auf ridealso.com, abgerufen am 19. August 2026. Angaben zu Reichweite, Leistung, Transportmöglichkeiten und Nutzungsmöglichkeiten sind Herstellerangaben. Eine reguläre Verfügbarkeit der Fahrzeuge in Deutschland konnten wir zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht feststellen.