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EU-Radverkehrsbericht: Milliarden für Infrastruktur, Lücken bei City-Logistik

Der erste Fortschrittsbericht zur Europäischen Erklärung zum Radverkehr zeigt hohe Investitionen – und weiterhin Nachholbedarf bei Cargo-Logistik und sicheren Abstellanlagen.

Mehr als 12.000 Kilometer neue oder erneuerte Wege

Die Europäische Kommission hat ihren ersten Fortschrittsbericht zur Europäischen Erklärung zum Radverkehr vorgelegt. Für den Zeitraum 2021 bis 2027 sind laut Bericht rund 4,5 Milliarden Euro für Radverkehrsmaßnahmen vorgesehen, darunter etwa 3,2 Milliarden Euro aus EU-Mitteln. Mehr als 12.000 Kilometer Radwege wurden demnach neu gebaut oder modernisiert.

Eine vorläufige Erhebung kommt europaweit auf mehr als 900.000 Kilometer Radverkehrsinfrastruktur. In den Mitgliedstaaten wurden 26 nationale Kontaktstellen benannt und über 270 Maßnahmen gemeldet. Die Kommission empfiehlt neben Infrastruktur auch gezielte Zuschüsse für Fahrräder, E-Bikes und Cargo-Bikes, insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen.

Lastenrad-Logistik bleibt offene Baustelle

Der Bericht benennt zugleich Lücken. Dazu gehören die stärkere Integration von Cycle Logistics, sichere Abstellanlagen, Ladeinfrastruktur in Gebäuden, eine bessere Fahrradmitnahme im Zug sowie klimaresiliente Wege. Auch bei Industriepolitik und vergleichbaren Daten sieht die Kommission weiteren Handlungsbedarf.

Für Lastenräder ist besonders wichtig, dass Infrastruktur nicht nur nach der Breite klassischer Fahrräder geplant wird. Größere Wendekreise, sichere Kreuzungen, tragfähige Abstellflächen und gut gelegene Mikro-Hubs bestimmen, ob Familien- und Gewerberäder praktisch nutzbar sind. Der Bericht liefert damit vor allem einen Rahmen; die konkrete Umsetzung bleibt Aufgabe von Staaten, Regionen und Kommunen.

Quelle: Europäische Kommission, erster Fortschrittsbericht vom 1. Oktober 2025