Praxistest in der Hochsaison
Der britische Paketdienst Evri hat VOK-Lastenräder von November 2025 bis Januar 2026 in London eingesetzt. Der Zeitraum umfasste bewusst das stark ausgelastete Weihnachtsgeschäft. Laut der von VOK veröffentlichten Fallstudie wurden mit den Testfahrzeugen rund 14.000 Pakete ausgeliefert. Die zurückgelegte Strecke lag demnach bei ungefähr 720 Meilen, im Mittel etwa zehn Meilen pro Fahrzeug und Einsatztag.
VOK berichtet außerdem von vollständiger Einsatzbereitschaft ohne notwendige Werkstatttermine während des Versuchs. Die Zahl der Zustellungen pro Stunde habe rund 15 Prozent über der traditionellen Kurierflotte gelegen. Diese Werte stammen aus einer Unternehmensfallstudie und sind deshalb nicht mit einer unabhängigen Vergleichsstudie gleichzusetzen. Sie sind dennoch interessant, weil sie einen realen Betrieb während einer besonders anspruchsvollen Saison beschreiben.
Infrastruktur bleibt Teil der Rechnung
Evri betreibt nach eigenen Angaben bereits mehr als 113 Lastenräder in London und plant eine weitere Ausweitung. Für eine belastbare wirtschaftliche Bewertung reichen Fahrzeugdaten allein allerdings nicht aus. Ebenso wichtig sind Mikrodepots, sichere Abstell- und Ladeorte, Tourenlängen, Paketstruktur, Personalkosten und die verfügbare Werkstattlogistik.
Vierspurige beziehungsweise vierrädrige Cargo-Fahrzeuge können mehr Volumen und Wetterschutz bieten als klassische zweirädrige Lastenräder. Gleichzeitig benötigen sie mehr Verkehrs- und Stellfläche. Der Londoner Test ist deshalb vor allem ein weiterer Praxisbaustein für die Frage, auf welchen innerstädtischen Touren leichte Elektrofahrzeuge Transporter sinnvoll ersetzen können.
Quelle: Fallstudie von VOK zu Evri