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Stuttgarter Rössle: Lastenrad-Miete wird sozial neu ausgerichtet

Stuttgart reagiert auf die hohe Nachfrage nach seinen Mietlastenrädern: Günstige Tarife werden stärker auf Haushalte mit wenig Einkommen konzentriert.

126 Mieträder und eine lange Warteliste

Die Stadt Stuttgart richtet das Programm „Stuttgarter Rössle“ neu aus. Zum Bestand gehören 126 E-Lastenräder, die längerfristig an Haushalte vermietet werden. Weil die Nachfrage und die Warteliste hoch sind, sollen günstige Tarife künftig stärker Familien mit geringem Einkommen zugutekommen.

Für berechtigte Haushalte liegen die Monatsmieten je nach Modell weiterhin bei 24 oder 36 Euro. Bestehende Mietverhältnisse ohne Sozialpass werden ab dem 1. Juli 2026 auf 76 Euro pro Monat umgestellt. Mit dieser Staffelung will die Stadt knappe Fahrzeuge gezielter vergeben und zugleich den Betrieb der Flotte finanzieren.

Kaufprämie endet mit positiver Bilanz

Das separate Förderprogramm für den Kauf privater E-Lastenräder ist Ende Dezember 2025 ausgelaufen. Seit November 2018 wurden nach Angaben der Stadt mehr als 2.200 Fahrzeuge gefördert. Eine Befragung ergab, dass über 94 Prozent der Wege für Kindertransport und Einkauf, die mit einem geförderten Lastenrad zurückgelegt wurden, zuvor mit dem Auto gefahren worden seien.

Die Zahlen zeigen zwei unterschiedliche kommunale Instrumente: Eine Kaufprämie verbreitet private Fahrzeuge schnell, erreicht aber Haushalte ohne ausreichendes Startkapital schwerer. Ein Mietmodell senkt den Einstiegspreis, verlangt dafür dauerhafte Verwaltung, Wartung und eine faire Vergabe. Stuttgart konzentriert sich nun stärker auf diesen zweiten Ansatz.

Quelle: Mitteilung der Stadt Stuttgart vom 5. März 2026